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Für ihren Plan, Fernbusse durchs Land zu schicken, musste Yourbus eine Lücke im Personenbeförderungsgesetz finden. Dieses stammt aus dem Jahr 1934 und gesteht der Bahn seither ein Quasi-Monopol beim Fernverkehr zu. Laut dem Gesetz können Linienverkehre mit dem Bus auf einer Strecke, auf der schon Züge fahren, nur dann genehmigt werden, wenn sie eine “deutliche Verbesserung des Angebots” darstellen. Es ist ein bisschen so, als hätte der Gesetzgeber den Markteintritt von Pepsi-Cola mit dem Argument verhindert, es gebe ja schon Coca-Cola. Einst sollte das Gesetz die vom Staat finanzierte Bahn-Infrastruktur vor privater Konkurrenz schützen. Es hat aber vor allem dazu geführt, dass Busse auch acht Jahrzehnte später noch immer kein gängiges Fortbewegungsmittel in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt sind.
Während in den USA Greyhounds quer durchs Land fahren, bleiben den Deutschen auch im 21. Jahrhundert meist nur Auto, Flugzeug und eben die Bahn. Es gibt gerade einmal rund 50 Fernbus-Verbindungen - vor allem von und nach Berlin. Diese wurden noch zu Zeiten der deutschen Teilung genehmigt. Dabei zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes, dass die CO2-Bilanz von Bussen aufgrund einer im Schnitt höheren Auslastung besser ist als die von Zügen.

Allerdings verbietet das antiquierte Gesetz nicht, sich spontan zu Fahrgemeinschaften zusammenzutun. Diese Lücke nutzt Yourbus aus. Es gibt keinen festen Plan, nach dem die Busse fahren, sondern eine Tour geht erst los, wenn sich ausreichend Mitfahrer gefunden haben.

Quelle: spiegel.de

6 Anmerkungen

  1. frischmilch hat diesen Eintrag von seifestattgel gerebloggt
  2. von seifestattgel gepostet